Kein Stein bleibt auf dem Anderen

February 20, 2017

 

In der Rubrik Fred's Talk will ich euch interessante Menschen vorstellen. Dabei darf ruhig zuerst mal die Frage gestellt werden, was macht den einen Menschen interessant für Fred's Talk? Das ist eigentlich ganz einfach zu beantworten. Es sind die Menschen interessant, die den Mut haben: 

  • ihre eigene Comfort Zone zu verlassen,

  • abgeschriebene Regeln zu brechen und

  • die Zukunft selber zu gestalten.

Den Start in die Serie macht heute Regina. Dabei verbindet sie ihre praktischen Erfahrungen mit einem kürzlich gelesenen Buch. Hatte da etwa der Zufall seine Hand im Spiel?

 

Fred's Talk: Liebe Regina, bevor wir ins Thema einsteigen, erzähl uns doch ein wenig von dir. 

Regina: als Enddreißiger befinde ich mich gerade in einer Phase der Neuorientierung. Ich entdecke bzw. wieder entdecke neue Seiten an mir und Dinge die mir Spaß machen. So zum Beispiel die Freude Neues auszuprobieren und dabei kreativ zu sein. Erst kürzlich habe ich meine erste Hängelampe selber gebaut. Und sie funktioniert sogar. Ansonsten bin ich gerne draußen. Beim Bergsteigen, Mountainbike oder Snowboarden genieße ich die Natur. Daneben mache ich eine Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin. Auch dort darf ich viel Neues entdecken und ausprobieren.

Fred's Talk: Wie kam es dazu, das du uns heute ein Buch vorstellst? Und vor allem, welches Buch stellst du uns den vor?

Regina: Eigentlich glaube ich ja nicht an Zufälle. Daher war ich total fasziniert, als mir im Dezember letzten Jahres das Buch "Umbruch in der Chefetage" von Wolfgang Zimmermann sprichwörtlich in die Hände fiel. Ich begann sofort darin zu lesen. Und konnte es kaum glauben. Schon in der im Vorwort beschriebenen Geschichte fand ich mich wieder. Genau das erlebte auch ich gerade in meinem Arbeitsumfeld. Und am Vortag hatte ich beschlossen zu kündigen.  

Fred's Talk: Zu kündigen, das ist sicherlich kein einfacher Schritt. Was ist passiert, das du dich zu diesem Schritt entschieden hast?

Regina: Es waren die vorangegangenen Ereignisse in dem Unternehmen für das ich gearbeitet habe. Leider richteten sich diese Ereignisse sehr stark gegen mich als Person. Und genau das habe ich nicht verstanden. Warum sich meine direkte Vorgesetzte so extrem gegen mich stellte? Hatte ich doch im Jahr 2016 mehr als genug geleistet und wesentlich zum Erfolg eines großen internen Projektes beigetragen. Soll das nun der Dank meiner Bemühungen sein? Ich konnte das Verhalten, was sich letztlich bis zur Geschäftsleitung durchzog einfach nicht nachvollziehen. 

Fred's Talk: Und kannst du es heute, mit etwas Abstand besser nachvollziehen?

Regina: Ja, den in der Zwischenzeit habe ich ja das Buch "Umbruch in der Chefetage" gelesen. Und ich weiß jetzt welche "Fehler" ich gemacht habe. 

Fred's Talk: Wir sind schon sehr gespannt, worauf du gekommen bist und was deine "Fehler" waren. 

Regina: Ich war nicht mehr "konform" mit der Ja-Sager Kultur im Unternehmen. Arbeitsaufträge oder bisher gültige Routinen und Regeln auf ihre Effektivität und Sinnhaftigkeit hin zu hinterfragen gehört nicht in die DNA meines Ex-Arbeitgebers. Generell war Fragen zu stellen ein unerwünschtes Verhalten. Und hier knüpft das Buch von Wolfgang Zimmermann an. Den er weißt darauf hin, das viele der heutigen Unternehmen scheitern werden, wenn Führungsstile und eingefahrene Prozesse nicht schnell und auch radikal verändert werden. Und diese Veränderung braucht MitarbeiterInnen die Fragen stellen und Abläufe hinterfragen. Diese Message ist leider in noch nicht überall in den Chefetagen angekommen.

Fred's Talk: Es geht also um konstruktives Fragen stellen?

Regina: Richtig, die meisten MitarbeiterInnen stellen fragen, weil sie sich wirklich für die Sache interessieren. Den Sinn verstehen wollen und die Prozesse und Abläufe verbessern wollen. Zum Guten für das Unternehmen. Gerade die Generation Y, welche jetzt den Arbeitsmarkt erobert, hat in dem Punkt ganz spezifische Erwartungen an ihren zukünftigen Arbeitgeber. Da geht es um sinnvolles Arbeiten, in guter Teamatmospähre, das mit dem Privatleben gut vereinbar ist. Homeoffice und flexible Arbeitszeiten runden das Paket ab. 

Fred's Talk: Was können Führungskräfte deiner Meinung nach tun?

Regina: Als erstes ist es wichtig zu verstehen, das Führungsstil und Unternehmenskultur sich direkt auf die Leistung der MitarbeiterInnen auswirken. Dann sollten sich die Führungskräfte ehrlich die Frage beantworten welche Art von MitarbeiterInnen im Unternehmen erwünscht sind. Sind MitarbeiterInnen die Fragen stellen, die den Mut haben Fehler zu machen und die Zukunft des Unternehmens mitgestalten wollen wirklich willkommen? Oder möchte man lieber den Ja-Sager im Unternehmen haben. MitarbeiterInnen die nichts hinterfragen, vor lauter Angst Fehler zu machen ihre eigenen Ideen nicht einbringen. Also schön konform im bisherigen Trott des Unternehmens mitlaufen. Es geht darum ob das Unternehmen MitarbeiterInnen will, die gestalten oder einfach nur verwalten. 

Fred's Talk: Wer sollte deiner Meinung nach das Buch lesen?

Regina: Prinzipiell ist es an Führungskräfte gerichtet. Was ja bereits der Buchtitel verrät. Der gute Aufbau des Buches, das sich durch eine Zusammenfassung der Kernaussagen und den eigenen Gedanken des Autors am Ende eines jeden Kapitels widerspiegelt, und die vielen Beispiele aus der Praxis machen das Buch zu einer guten Lektüre für jeden der den Mut hat sich dem Wandel in der Arbeitswelt zu stellen. 

Fred's Talk: Der Titel des Blog Beitrages ist ja "kein Stein bleibt auf dem Anderen" - wie siehst du das im Zusammenhang mit dem Buch und deinen persönlichen Erfahrungen?

Regina: Unternehmen werden die Zukunft nur gestalten können, wenn die weit verbreiteten, hierarchischen Strukturen in Unternehmen aufgebrochen werden. Dabei ist es notwendig, die Organisation in ihrer Gesamtheit zu hinterfragen. Also auch MitarbeiterInnen zu befähigen Prozesse und Abläufe zu hinterfragen, und sie ermutigen die Zukunft des Unternehmens mitzugestalten. Das wird zur Folge haben, das kein Stein auf dem Anderen bleibt. Aber nur so kann die Zukunft in und für Unternehmen gelingen. 

Fred's Talk: Vielen Dank für deine Empfehlung und die Einblicke in deine persönliche Erfahrungen.  

 

 

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload

Please reload

  • Facebook - Black Circle
  • Twitter - Black Circle
  • YouTube - Black Circle