2 gute Methoden um mit der digitale Transformation erfolgreich zu scheitern

September 20, 2018

Es vergeht kein Tag an dem nicht mindestens eine digitale oder analoge Werbung auf meinem Schreibtisch landet. Inhaltlich geht es dabei immer um das große Thema unserer Zeit - die digitale Transformation. Allein wenn ich bei xing nach dem Stickwort "digitale Transformation" suche springen mir 615 öffentliche Events im DACH Raum auf den Bildschirm. Inhaltlich stehen im Mittelpunkt: digitales Marketing, digitale Technologien, Industrie 4.0, digitale Strategien entwickeln, der digitale Arbeitsplatz. Hier und da finden sich dann auch Themen wie digitale Führungskompetenz oder Innovationskultur und Methodenkompetenz.

 

Ich selber war schon bei einigen interessanten Veranstaltungen, durfte gute und weniger gute Vorträge zum Thema hören. Hier und da was Neues mitnehmen, ansonsten vieles immer wieder neu oder einfach nur anders verpackt hören. 

 

Spannend wurde es immer dann, wenn ich ganz gemütlich am Networking Tisch mit den echten Menschen ins Gespräch gekommen bin. Heraushören was in der Wirklichkeit passiert, abseits von bunten und schönen Powerpoint Präsentationen. 

 

Abseits von bunten PowerPoint Präsentationen herrscht oft Ratlosigkeit

Es werden zwar viele Transformationsprojekte gestartet, die dafür notwendigen Qualifikationen ins Haus geholt und fleißig an digitalen Strategien gearbeitet. Doch so richtig vom Fleck kommen die meisten Unternehmen nicht. Auf die Frage in der etventure Studie zur digitalen Transformation, gaben weniger als die Hälfte der Befragten an sich sehr gut bis gut vorbereitet zu fühlen.  Eine andere Studie behauptet sogar, dass 80% der befragten Unternehmen ihre Transformationsziele nicht erreichen. Immer wieder ist in Fachartikeln die Rede vom "digitalen Darwinismus". 

 

Wenn also der Mainstream der Unternehmen sich schwer tut da wäre es doch interessant zu Wissen, welche Methoden diese Unternehmen anwenden. Ich habe mal drei Methoden herausgearbeitet, die ich persönlich anwenden würde, wenn ich mein Unternehmen sicher dem digitalen Darwinismus überlassen möchte. 

 

1. Noch mehr vom Gleichen

 

Wie sagt es ein französisches Sprichwort zu schön "plus ça change plus c'est la même chose". Was nichts anderes beschreibt als die durchaus komplizierte Beziehungskiste zwischen Veränderung und Beständigkeit. Den je mehr sich etwas verändert, je mehr bleibt alles beim Alten. 

 

Da ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Unternehmen in die digitale Transformation starten mit den gleichen Parolen, die zuvor auch schon ausgereizt wurden:

 

  • Mehr Überstunden

  • Mehr Einsatz

  • Mehr Sparen

  • Mehr Reporting

  • Mehr Projekte

  • Höhere Ziele

" More of the same "surprisingly" does not produce the desired change." Paul Watzlawick

Watzlawick beschreibt sehr schön, das die wohl gemeinte Lösung oft zum Problem beiträgt. Ein kleines Beispiel gefällig: Ein Unternehmen dass die digitale Transformation mit der 1. Lösungsordnung bewältigen will wird wie oben beschrieben in einen Aktionismus verfallen. An die Mitarbeiter*innen wird appelliert noch mehr Einsatz zu bringen. Es werden große Transformationsprojekte gestartet und zusätzliche Reporting- und Controlling Mechanismen eingeführt. Was bleibt unterm Strich: keine Zeit! 

 

Doch genau das braucht Innovation. Innovation passiert nicht per Zufall. Ja, eine Idee kann schon per Zufall, Abends beim Bier entstehen. Von der Idee zur Innovation ist es dann doch noch ein gutes Stück Arbeit. Und genau das braucht Zeit und Freiraum. 

 

Wer bei der digitalen Transformation die Umsatzziele an oberster Stelle hat, wird am Ende überholt. 

 

Der Schritt aus der Komfort Zone um Lösungsansätze der 2. Ordnung zu implementieren ist definitiv mit Risiko betrachtet. Immerhin wird hier Neuland betreten.

Weg vom Risiko hin zur Unsicherheit braucht Zeit, Reflexion und Entschleunigung

 

2. Die Technik in den Mittelpunkt stellen

 

Ein Wahnsinn was die neue Technologie so alles kann. Dank des neuen Chatbots können wir unsere Servicezeiten erweitern und dabei noch FTE's verringern. Mit der neusten Technologie die operative Excellence verbessern und einfach schnell mal ein smartes Geschäftsmodell aufbauen. Schließlich geht es bei dir digitalen Transformation, wie der Name schon sagt, am Ende um "0" und "1". 

 

Welche Rolle kann da schon der Faktor Mensch spielen. Ok - als Unternehmen brauche ich motivierte Programmierer, Software Entwickler und die digitalen Wunder-Wuzis. 

 

Digitaler Wandel kann nur erfolgreich sein, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht

Und da haben Unternehmen gleich die Doppelte Portion erwischt. Zum einen gibt es die Mitarbeiter*innen und zum anderen die Kunden. Die Mitarbeiter*innen müssen nicht nur entsprechend befähigt für den Wandel werden. Also entsprechende Trainings, Weiterbildungsmaßnahmen etc. Die Mitarbeiter*innen müssen früh ins Boot geholt werden, die Change bekommen den eigenen Wandel mitzugestalten. Sie benötigen eine echte Ownership für den Wandel und nicht eine von oben diktierte durch Projekte und Zielvorgaben.  

 

Dann gibt es da ja noch die Kunden. Gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen bilden sie den Fokus der digitalen Transformation. Als Unternehmen muss ich die Probleme und Herausforderungen meiner Kunden verstehen. Den nur so gelingt es mir Innovationen auf den Markt zu bringen die einen wirklichen Mehrwert bieten. 

 

Sinn der digitalen Transformation kann nicht Umsatzsteigerung oder Gewinnmaximierung sein, sondern einen wirklichen Mehrwert für Menschen zu generieren.

 

 

Quellen:

  • https://sdv-dialogmarketing.ch/wp/wp-content/uploads/2018/10/etventure_Studie_2018-Trendreport-Digitale-Transformation-2018.pdf

  • Change - Principles of Problem Formulation and Problem Resolution (Paul Watzlawick, John H. Weakland, Richard Fisch)

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