Experimente wagen oder einfach nur klagen

March 17, 2017

  

Letztens bin ich über einen Satz von Ralph Waldo Emerson gestolpert "Das ganze Leben ist ein Experiment. Je mehr Experimente du machst umso besser". Wenn ich da so mein Bild von Experimenten hervorhole, dann macht mir der Satz ein wenig Angst. Da haben wir den zerstreuten Professor, der im Chemieunterricht mit seinen Schülern ein Experiment durchführt. Vor lauter Zerstreutheit zwei falsche Substanzen miteinander vermischt und  "Boom" schon explodiert das Ganze.

Ja - Experimente und Explosionen sind zumindest in meinem Kopf sehr eng miteinander verbunden. Sie bilden ein Wortpaar, so wie alt und jung, Hund und Katze. 

 

Und jetzt soll mein ganzes Leben ein Experiment sein? Heißt das dann etwa, dass ich ständig unter Explosionsgefahr stehe? Einmal nicht aufgepasst und schon folgt der grosse Knall?  

 

Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert ein Experiment als "planmäßige Erhebung empirischer Sachverhalte zur Prüfung von Hypothesen".  Also eigentlich geht es darum Annahmen zu überprüfen. 

 

 

Und wenn ich ehrlich bin, bauen viele Entscheidungen die ich so im Leben treffe auf Annahmen. Da sind die großen, weichenstellenden Entscheidungen wie Beruf, Lebenspartner, Lebensmittelpunkt, Familie und noch viele andere. Und eigentlich bauen all diese Entscheidungen auf Annahmen. Ich entscheide mich für einen Beruf, in der Annahme das dieser mir Spaß macht, der richtige für mich ist. In den ersten Wochen und Monaten im Job mache ich dann die ersten Erfahrungen. Diese geben wiederum Aufschluss ob meine Annahme richtig war, und mir der Beruf auch wirklich Spaß macht. In der Liebe ist es doch nicht viel anders. Ich entscheide mich für einen Partner unter der Annahme das dieser der richtige für mich ist. Erst im Laufe der Zeit werden die Erfahrungen in der Partnerschaft zeigen, ob meine Annahmen richtig waren. Und dann, wenn sich herausstellt das die Annahme in Bezug auf den Partner falsch war, nun ok, da kann es dann schon mal "Boom" machen.

 

Also laut Definition alles Experimente, ich prüfe Annahmen. 

 

Aber auch bei ganz banalen Dingen, ich nehme an, dass das neue Restaurant in der Stadt gut ist. Also reserviere ich einen Tisch zu mittag und gehe hin. Meine Annahme kann bestätigt werden, in dem mir ein guter Service und ein hervorragendes Essen geboten wird. Oder aber ich ziehe enttäuscht von dannen, da Service und/oder Essen einfach nicht meinen Erwartungen entsprochen hat. So betrachtet, war das Unterfangen ein Experiment.

 

Das führt mich zur ersten Conclusio: das ganze Leben ist ein Experiment

 

Abr warum soll es gut sein, wenn ich viele Experimente mache? Den wie bereits festgestellt, gibt es da ja immer noch die Explosionsgefahr. Eine erste banale Antwort wäre, wie will ich sonst überprüfen ob meine Annahme richtig ist? Es gibt da ein schönes Sprichwort, das genau diesen Tatbestand anspricht "Probieren geht über Studieren!". Darüber hinaus erzeugt jede Überprüfung von Annahmen Wissen. Somit wird durch Experimente Wissen generiert. Den erst wenn ich den Beruf ausübe kann ich wissen ob er mir auch Spaß macht. Da kann ich noch so viel überlegen und grübeln. Ich kann auch noch so viele Gänseblümchen befragen, ganz noch dem Motto "er liebt mich, er liebt mich nicht". Wissen werde ich es erst wenn ich mich auf die Partnerschaft einlasse. Wir ein Stück des Weges gemeinsam gehen. Somit sind Experimente ein wichtiges Instrument um Wissen, und zwar empirisches Wissen zu generieren. Durch das Experiment wird nicht Wissen zu Wissen. Das führt mich dann zur zweiten Conclusio: Je mehr Experimente ich mache, umso besser für mich

 

Was aber auch bedeutet, das Experimente notwendig sind, wenn ich meine Zukunft gestalten möchte. Was mich unweigerlich zum Anliegen von Fred's Future bringt, Zukunft gestalten, statt zu verwalten. Ich kann klagen darüber das ich in meiner aktuellen Lebenssituation nicht zufrieden bin und Annehmen dass ich dieses und jenes ändern muss um den Zufriedenheitsfaktor zu steigern. So lange ich die Annahme nicht durch das Experiment prüfe, werde ich es nicht wissen. Und so stehen wir immer wieder vor der Grundsätzlichen Entscheidung, wollen wir klagen oder wagen? 

 

Wir können aber ganz beruhigt sein, nicht nur wir sondern gerade auch Unternehmen hadern immer wieder mit dem "wagen". Da wird auch lieber geklagt wie schlecht nicht alles ist, die Kunden, die so hohe Ansprüche stellen und nichts dafür bezahlen wollen. Die Zukunft, die immer weniger planbar wird, man sich auf nichts mehr verlassen kann. Auch hier tun sich die Entscheidungsträger schwer Experimente zu wagen. 

 

In meiner neuen Theorie Serie "klagen oder wagen" werde ich mich genau dem Thema widmen. Was bedeuten Experimente für Unternehmen und welche Rahmenbedingungen müssen vorhanden sein, damit diese erfolgreich durchgeführt werden können. 

 

Hoffe du bist dann auch wieder mit dabei wenn es bald heißt "klagen oder wagen" hier auf diesem Kanal. 

 

 

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