Wieviel Regelbruch braucht Solidarität

March 9, 2017

Fred's Gedanken zum gestrigen Weltfrauentag

Voller Neugierde verfolgte ich die gestrigen Posts auf Facebook zum Weltfrauentag. Einige der Themen, die in den Posts aufgegriffen wurden, waren mir schon bekannt, über andere kam ich erneut ins Nachdenken und wiederum andere waren komplett neu. Von amüsant bis hin zu schockierend war für mich alles dabei. Und es zeigt, der Weltfrauentag ist bunt, so wie die Frauen, bunt und vielfältig. 

 

Ich möchte die herausgreifen, die mich beschäftigt haben, die mich ins nachdenken gebracht haben, aber die mich auch traurig gemacht haben. Um dann die Brücke zu schlagen, zur Solidarität und zum Regelbruch.

 

Traurig gemacht hat mich dieser Spruch von Margret Dyreng Nadauld der mit den Worten begann "Women of God can never be like women of the world; the world has enough women who are tough, we need woman who are tender!". Ja, feinfühlig zu sein ist eine Eigenschaft die erstrebenswert ist. Und trotzdem stellt das nur eine Sicht der Frauen in der Bibel da. Es gibt da sehr wohl auch die widerstandsfähige und durchaus robuste Seite. Frauen wurden als junge Mädchen zwischen 12 - 14 verheiratet, spätestens mit 15 war das erste Kind im Haus. Sie mussten ihr Elternhaus verlassen und wurden in die Sippe des Mannes implementiert. Von den gut 16 Kindern, die die Frauen auf die Welt brachten, starben mal gut die Hälfte weg. Das mal zu den äußeren Umständen, in denen die Frauen der Bibel sich behaupten mussten. Und jetzt noch kurz einen genauen Blick zu den Frauen der Bibel. Da hätten wir mal ganz allgemein die Frauen um Jesus, die Jüngerinnen welche mit ihm Tagelang über Stock und Stein gezogen sind. Die Osterzeugen, Frauen welche unter großem Risiko die Kreuzigung Jesu beobachteten und später an seinem leeren Grab standen. Oder in den frühchristlichen Gemeinden, Lydia die ein ganzes Business zu managen hatte, eine verantwortungsvolle Leitungsaufgabe in der christlichen Gemeinde hatte und dabei noch den christlichen Glauben in Europa verbreitete. Die Frauen der Bibel waren keine zartbesaiteten, empfindlichen und zerbrechlichen Frauen. Das waren starke und mutige Frauen, die so einiges auf ihren Schultern getragen und dabei die Welt verändert haben. 

 

Überraschend war es auch nicht, das sich viele der Artikel auf die Problematik der Gleichberechtigung und Gleichstellung der Frau in der Arbeitswelt bezogen. Sei es die Frage der Bezahlung, gleiches Geld für gleiche Leistung. Oder das Thema Frauen in Führungspositionen. Hier möchte ich einen Input hervorheben, den wir uns zu Herzen nehmen sollten, Frauen wie Männer gleichermaßen.  "Gender at work is not a women's issue!" Den das Problem kann nicht von Frauen alleine gelöst werden. Es ist nicht ein Frauen Problem, also machen wir es auch nicht zu einem. Sondern das Problem ist ein sozial, gesellschaftliches und hoch politisches. Die Frage der Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frau und Mann ist die Trennlinie zwischen der Moderne und dem Rest. Daher braucht es Frauen und Männer, die Solidarität der Geschlechter um das Thema praktisch sinnvoll und nachhaltig anzugehen. Und zwar so, dass Frauen wie Männer davon profitieren. Den es kann auch nicht Ziel sein, auf der anderen Seite vom Pferd zu fallen. Gleichberechtigung und Gleichstellung sollte Frauen wie Männer im Fokus haben und die Solidarität der Geschlechter fördern. Es kann und darf nicht Ziel sein, einen noch tieferen und größeren Graben zwischen die Geschlechter zu ziehen. Und somit haben wir hier die erste Regel die solidarisch gebrochen werden muss. Die, dass Gleichberechtigung ein reines Frauen Thema ist. 

 

Einer interessanten Fragestellung ging der Artikel  "Where are the Women?" nach. Den auch 2017 fanden sich nur 2 Frauen unter den Top 100 Performern. Neben dem Fakt, das Frauen sich aufgrund anderer familiärer Verpflichtungen nicht so sehr um Top Management Positionen reißen, geht der Artikel auch auf die Problematik ein, dass Männer halt präferiert Männer einstellen.   

Aber was haben wir, Frauen und Männer gemeinsam, tatsächlich erreicht? Gut, ob es nun wirklich so wenig ist, wie von Christine Nöstlinger beschrieben, kann ich nicht sagen. Dazu kenne ich die Vergleichszahlen viel zu wenig. Fakt ist jedoch, dass noch einiges zu tun ist. Und ich denke, wir nur markante Schritte und vor allem auch sinnvolle Schritte nach vorne machen, wenn wir anfangen, Frauen wie Männer, Regeln zu brechen und solidarisch an einem Strang ziehen.

 

Wie in meinem letzten Theorie Beitrag erwähnt "Das Dilemma mit der Regel (1) - Grab der Rebellen" haben Regeln die Aufgabe ein aktuelles Problem zu lösen und das Ziel ein standardisiertes Verhalten herzustellen. Dabei dienen Regeln als Informationslieferant. Die angelieferte Information wird dann von Routinen in Verhalten übersetzt. 

 

Dann sollten wir doch mit der Fragestellung anfangen, welche Regeln gibt es in Unternehmen, die Männer davon abhalten auch Frauen in Führungspositionen einzustellen. Oder die Frauen zu einem eher passiven Verhalten motiviert wenn es darum geht, sich um Senior- und Top Management Positionen zu bewerben? Welche Regeln können so interpretiert werden, dass nur wer die 60+ Stundenwoche meistert es auch Wert ist in Top Führungspositionen zu kommen. Was für Frauen, die Familie und Beruf unter den Hut zu bekommen haben schon ein k.o. Kriterium ist. Oder das es für die Karriere hinderlich ist, mal den Papa Monat oder gar die Väterkarenz in Anspruch zu nehmen. Welche Regeln in unserer Gesellschaft können mit einem Verhalten übersetzt werden, das es vollkommen ok ist, wenn Frauen für gleiche Arbeit 17% weniger verdienen als Männer? 

 

Wenn wir Anfangen die Regeln hinter unserem Verhalten zu entschlüsseln, dann können wir diese auch gemeinsam, solidarisch aufbrechen. Frauen und Männer gemeinsam, für eine Zukunft die von beiden Geschlechtern gestaltet wird und in der beide Geschlechter sich unabhängig ihrer Geschlechts sondern abhängig ihrer Interessen und Fähigkeiten einbringen können. 

 

Liebe Frauen und Männer, lasst uns solidarisch die Regeln hinter dem unsolidarischen Verhalten entschlüsseln und dann gemeinsam brechen. In der Gesellschaft und in Organisationen um gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Den wie lautet die Kernaussage von Fred - es ist noch nicht alles Arsch. Und es lohnt sich, die Zukunft zu gestalten, anstatt einfach nur zu verwalten.

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